21. Oktober 2020 - Redaktion Providentia

Patente für autonomes Fahren: Datenmanagement am wichtigsten

Nicht der OEM spielt künftig die Hauptrolle für Innovationen hinsichtlich des autonomen Fahrens. Viel mehr sind es Unternehmen, die ihren Schwerpunkt auf den Umgang mit Daten legen, so eine aktuelle Studie von Grünecker Patent- und Rechtsanwälte.

Navigation, Kollisionsvermeidung, Sensorik, Steuerung von Komponenten und Datenmanagement: Das sind einige der wichtigsten Bereiche für Patente, die Jens Koch und Sebastian Flach von der Patentkanzlei Grünecker für das autonome Fahren identifiziert haben. „Die Zeiten sind vorbei, in denen Autohersteller ihren Kunden einfach die Autoschlüssel in die Hand gedrückt haben“, sagt Patentanwalt Koch: „Heute werden Daten abgesaugt, Energie muss gemanaged werden, Dienste sind vernetzt – das Fahrzeug ist ein fahrender Computer.“

Patente Autonomes Fahren: IBM und Huawei unter den Top 10 Anmeldern

Kein Wunder also, dass auch die Patentdichte für autonomes Fahren bei IT-, TK- und Softwareunternehmen besonders hoch ist. In den 50 als besonders relevant für das autonome Fahren identifizierten Patentklassen sind mit IBM (Rang 1.) – knapp 7.000 Patente – und Huawei (Rang 9.) – etwa 2.400 Patente – gleich zwei Providentia++-Partner unter den Top 10 der weltweiten Anmelder seit 2015 zu finden, weiter hinten findet sich u.a. Intel mit 1.300 Patenten. „Datenmanagement hat sich als wichtigstes Segment für autonomes Fahren herausgestellt“, betont Koch. Entsprechend findet sich das „Who is Who“ der globalen digitalen Wirtschaft in der Reihe der Unternehmen, die in den letzten fünf Jahren mehr als 1.500 Patente für autonomes Fahren angemeldet haben und damit zu den 20 potenziell innovativsten im Bereich autonomes Fahren zählen – von Alibaba, über Tencent Technologies, Microsoft, Google, Amazon bis zum Versicherungskonzern Ping An. Auffällig auch: Nur zwei Autokonzerne (Toyota und Ford) sind unter den Top 20 Patentanmeldern zu finden. Insgesamt recht gut dabei von den deutschen Unternehmen: Softwarehaus SAP mit 1.143 Patenten, Autozulieferer Bosch mit 1.660 Patenten und Autohersteller Daimler mit 1.277 Patenten.

Patente: Von Kurssteuerung über künstliche Intelligenz (KI) bis zur Kollisionsvermeidung

Die meisten Patente dienen (mit über 700) der Regelung und Steuerung sowie der Erhaltung des Kurses (Klasse G05D1/00/02), gefolgt von KI-gestützten Verfahren zum Erkennen von Zeichen und Mustern (G06K9/00), Systemen zur Kollisionsvermeidung (G08G/16) sowie der Navigation fahrsicherer Führung (G01C21/34). In der ersten auf Patente für autonomes Fahren fokussierten Studie von Grünacker zeigt sich: Der Markt formiert sich und besonders Unternehmen, die nicht aus der klassischen Autobranche stammen, setzen auf das fahrerlose Fahren. Die Autobranche tut also gut daran, diese Impulse aufzunehmen und nach Kooperationen Ausschau zu halten, um auf dem künftigen Markt des autonomen Fahrens mithalten zu können. So ist schon heute VW an Start-up Argo AI beteiligt und Fiat Chrysler kooperiert mit Waymo. „Allianzen werden immer wichtiger“, prophezeit Patentanwalt Jens Koch.

Weiter Informationen zur Studie finden Sie hier

Lesen Sie die komplette Studie als pdf.

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